BIXL 2017

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Mit der Erfindung der Glasmacherpfeife vor ca. 2000 Jahren hat sich die Arbeit der Glasmacher grundlegend geändert. War vorher das Formen von Gläsern mit Schmelztechniken wie z. B. der Sandkerntechnik möglich, konnte man nun Glas blasen und so in Form bringen. Diese Art der Glasmacherei hat sich bis in unsere heutige Zeit nicht grundlegend geändert. Glas wird aus Quarzsand, Soda, Kalk und Pottasche sowie Entfärbungsmittel geschmolzen. Farbiges Glas wird durch Beigabe von Metalloxyden erzeugt. So nimmt man für blaues Glas z. B. Kobaltoxyd. Weitere Werkzeuge, die der Glasmacher benutzt, sind: Wulgerholz, Bodenschere, Hefteisen, Auftreibschere, Schnabelschere und Zwackeisen.  
In den Glasöfen stehen Schmelztiegel, in denen zähflüssiges, 950 Grad heißes Glas ist. Dieses holen Glasmacher mit Hilfe der Glasmacherpfeife aus dem Ofen und blasen das Glas in die entsprechende Form. Durch Einblasen des Glases in eine nasse Holzform können Gläser von gleicher Größe und Form in großen Stückzahlen hergestellt werden. Beim Einblasen in die nasse Buchenholzform entsteht zwischen Glas und Holz eine Dampfschicht, die dem Glas die glatte Oberfläche verleiht. Die Studioglasbewegung in den 70iger Jahren des 20igsten Jahrhunderts hat die Glasmacherei nochmals neu belebt. Wurde bis dahin hauptsächlich Gebrauchsglas hergestellt, wurde nun Glas frei und ohne Formen hergestellt. Glasobjekte von bis dahin nicht vorstellbaren Formen und Größe entstanden und das Glas hielt Einzug in die Kunstgalerien. Pioniere dieser Bewegung waren Erwin Eisch und Theodor Sellner aus dem Bayerischen Wald, sowie der Amerikaner Harvey Littleton und viele mehr.
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